Wie der Kalkulator funktioniert

Der APM Projekt-Kalkulator ist ein umfassendes Planungstool für Aquaponik-Anlagen. Er kombiniert biologische Wachstumsmodelle, technische Berechnungen und Finanzanalysen, um aus nur einer Handvoll Benutzereingaben eine realistische Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Dieses Dokument erklärt, was hinter den Kulissen passiert, wenn Sie auf Berechnen klicken.

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Vom Input zum Ergebnis, das „Big Picture“

Der Kalkulator nimmt Ihre grundlegenden Projektparameter — Standort, Gewächshausgröße, Gebäudetyp, Betriebsmodus und Produktionsfokus — und leitet sie durch eine Kette miteinander verbundener Modelle:

  1. Standort & Klima — Ihre Postleitzahl wird mit lokalen Klimadaten (Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind) verknüpft, die alle nachfolgenden Berechnungen steuern.
  2. Anlagenlayout — Die Bruttofläche wird in funktionale Zonen unterteilt: Hydroponik-Bereiche, ein Aquakultur-Bereich, Sozial-/Logistikflächen und Infrastruktur.
  3. Pflanzenproduktion — Ein dynamisches Wachstumsmodell simuliert die Ernteerträge basierend auf den lokalen Licht- und Temperaturbedingungen im Gewächshaus über das ganze Jahr hinweg.
  4. Fischproduktion — Ein temperaturgesteuertes Wachstumsmodell berechnet Fischerträge, Futterbedarf und die Nährstoffverbindung zwischen Fisch und Pflanze.
  5. Energie & Heizung — Ein Modell für den Wärmebedarf des Gewächshauses bestimmt, wie viel Energie benötigt wird, um die Wachstumsbedingungen über die Jahreszeiten hinweg aufrechtzuerhalten.
  6. Ausrüstung & Investitionskosten (CAPEX) — Ein detailliertes CAPEX-Modell ordnet Ihre Konfiguration der spezifischen benötigten Ausrüstung zu, inklusive Skaleneffekten bei der Preisgestaltung.
  7. Betriebskosten (OPEX) — Die jährlichen laufenden Kosten werden aus tatsächlichen Verbrauchsdaten (Energie, Wasser, Futter, Saatgut, Arbeit usw.) berechnet und an die Inflation angepasst.
  8. Finanzanalyse — Umsatz, Kosten und Investitionen werden zu standardisierten finanziellen KPIs (Key Performance Indicators) zusammengefasst: Kapitalwert, Interner Zinsfuß, Kapitalrendite und Amortisationszeit.

Jeder Schritt fließt in den nächsten ein und schafft so ein kohärentes Bild der technischen und finanziellen Tragfähigkeit Ihres Projekts.


Standortbasierte Klimadaten

Der Kalkulator verwendet Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wenn Sie eine Postleitzahl eingeben, sucht das System die lokalen monatlichen Durchschnittswerte für genau dieses Gebiet heraus:

  • Lufttemperatur — Minimal-, Mittel- und Maximalwerte. Einer der Hauptfaktoren für Pflanzenwachstum und Wärmeverluste.
  • Globalstrahlung — Die gesamte empfangene Sonnenenergie, verwendet für Berechnungen der passiven Heizung.
  • Windgeschwindigkeit — Beeinflusst konvektive Wärmeverluste über die Gewächshaushülle.
  • Tägliches Lichtintegral (DLI) — Die gesamte photosynthetisch aktive Strahlung, die den Pflanzen jeden Tag zur Verfügung steht, berechnet aus der Globalstrahlung in mol/m²/Tag. Dies ist ein weiterer Hauptfaktor für das Pflanzenwachstum.
  • Norm-Außentemperatur (DIN EN 12831) — Die kälteste erwartete Wintertemperatur (5. Perzentil), die zur Dimensionierung von Heizsystemen verwendet wird.

All diese Werte variieren in ganz Deutschland erheblich. Eine Anlage in der Nähe von Freiburg wird ganz andere Energiekosten und Ernteerträge aufweisen als eine in der Nähe von Hamburg — der Kalkulator erfasst diese Unterschiede automatisch.


Das Pflanzenwachstumsmodell

Pflanzenerträge werden nicht einfach in einer Tabelle nachgeschlagen. Der Kalkulator verwendet ein dynamisches Biomasseakkumulationsmodell, das das tägliche Pflanzenwachstum basierend auf den tatsächlichen Umweltbedingungen simuliert. Bei der Berechnung der Kulturzyklen wird zudem berücksichtigt, dass die Pflanzen typischerweise in den eigenen Anzuchtregalen der Anlage vorgezogen werden.

Wie es funktioniert

An jedem Tag der Wachstumssaison berechnet das Modell, wie viel Biomasse eine Pflanze zunimmt. Dies hängt von drei zusammenwirkenden Faktoren ab:

  • Verfügbares Licht (DLI) — Pflanzen wandeln Licht durch Photosynthese in Biomasse um. Das Modell verwendet kulturspezifische Werte für die Lichtnutzungseffizienz (Light Use Efficiency, LUE) — also wie viel Gramm Trockenmasse eine Pflanze pro erhaltenem Mol Licht produziert. Salat ist beispielsweise photosynthetisch effizienter als Basilikum.
  • Temperaturreaktion — Jede Kultur hat eine Basistemperatur (unterhalb derer das Wachstum stoppt), eine Optimaltemperatur (bei der das Wachstum am schnellsten ist) und eine Maximaltemperatur (oberhalb derer das Wachstum wieder stoppt). Das Modell verwendet eine abschnittsweise definierte Funktion, die die asymmetrische Art und Weise erfasst, wie Pflanzen auf Hitzestress im Vergleich zu Kältestress reagieren.
  • Entwicklungsstadium — Junge Setzlinge können Licht nicht so effizient nutzen wie reife Pflanzen, ganz einfach, weil ihre Blattfläche noch klein ist. Das Modell berücksichtigt dies mit einer Sigmoidfunktion, die die photosynthetische Kapazität mit der Entwicklung der Pflanze schrittweise hochfährt.

Unterstützte Kulturen

Das Modell enthält kalibrierte Parameter für:

KulturOptimaltemperaturKulturzyklusTypischer Ertrag
Salat22 °C54–75 Tage0,2 kg/Pflanze
Basilikum29 °C32–52 Tage0,04 kg/Pflanze
Tomate24 °C~270 Tage0,5 kg/Pflanze/Woche

Assimilationsbeleuchtung

Im Ganzjahresbetrieb berücksichtigt der Kalkulator eine zusätzliche Assimilationsbelichtung in den Wintermonaten, wenn der natürliche DLI-Wert unter den Mindestbedarf der Kultur fällt. Dies erhöht sowohl den Ertrag (durch Verlängerung der effektiven Wachstumssaison) als auch die Stromkosten — beides wird im Modell erfasst.


Das Fisch-Wachstumsmodell

Die Aquakulturkomponente verwendet ein temperaturabhängiges allometrisches Wachstumsmodell, um die Fischproduktion in einem Kreislaufanlagen-System (RAS) zu simulieren.

Wie es funktioniert

Das Fischwachstum wird von zwei biologischen Zusammenhängen angetrieben:

  • Größenabhängige Fütterung — Kleinere Fische fressen proportional mehr (relativ zu ihrem Körpergewicht) als größere Fische. Das Modell verwendet eine Potenzfunktion, bei der die Fütterungsrate abnimmt, wenn der Fisch wächst. Jede Spezies hat ihre eigenen kalibrierten Parameter für diese Beziehung.
  • Temperaturreaktion — Fische haben eine optimale Wassertemperatur, bei der Wachstum und Futterverwertung am effizientesten sind. Das Modell verwendet eine Gaußsche Reaktionskurve, die auf der bevorzugten Temperatur der Spezies zentriert ist. Abweichungen in beide Richtungen verringern die Wachstumseffizienz.

Die Kombination dieser beiden Faktoren, zusammen mit der Futterverwertungsrate (Feed Conversion Ratio, FCR — wie effizient der Fisch Futter in Körpermasse umwandelt), bestimmt das tägliche Wachstum.

Unterstützte Spezies

SpeziesOptimale TemperaturFutterverwertungsrate (FCR)Characteristik
Tilapia28 °C1.15Warmwasser, schnelles Wachstum, robust
Forelle16 °C1.25Kaltwasser, hohe Anforderungen an Wasserqualität
Europäischer Raubwels26 °C1.20Warmwasser, robust, exzellente Filet-Qualität

Die Wahl der Spezies beeinflusst nicht nur die Fischerträge, sondern auch den Heizbedarf (Warmwasserarten benötigen im deutschen Klima mehr Energie) und das Nährstoffprofil des Aquakultur-Abwassers.


Der Nährstoffkreislauf — Die Verbindung von Fisch und Pflanze

In der Aquaponik geht es im Kern um den Nährstoffkreislauf zwischen Fisch und Pflanze. Der Kalkulator modelliert dies explizit:

  1. Fische produzieren Nährstoffe — Fische scheiden Stickstoff (N) und Phosphor (P) als Stoffwechselabfallprodukte aus. Das Modell berechnet, wie viel jedes Nährstoffs basierend auf dem Futtervolumen und artspezifischen Ausscheidungsraten produziert wird. Nicht alle ausgeschiedenen Nährstoffe sind pflanzenverfügbar: Nur Teile des ausgeschiedenen Stickstoffs und Phosphors lösen sich (der Rest ist im festen Abfall gebunden). Das Modell berücksichtigt nur die gelösten Ausscheidungen. Es ist potenziell möglich, die Nährstoffbilanz durch den Einsatz zusätzlicher Verfahren zu optimieren, um Nährstoffe aus den festen Abfällen verfügbar zu machen. Dies wird in der Potenzialanalyse jedoch nicht berücksichtigt.
  2. Pflanzen verbrauchen Nährstoffe — Jede Kulturart hat einen spezifischen Stickstoff- und Phosphorbedarf pro Kilogramm Ertrag. Das Modell summiert den gesamten Nährstoffbedarf über alle Hydroponik-Sektionen hinweg.
  3. Das System wird ausbalanciert — Der Kalkulator dimensioniert die Aquakulturkomponente so, dass die Nährstoffproduktion der Fische dem Nährstoffbedarf der Pflanzen entspricht. Dies kann entweder auf eine Stickstoff- oder Phosphorbilanzierung optimiert werden (konfigurierbar im Systemdesign). In saisonalen Betriebsmodi folgt der Fischfutterbedarf der Nährstoffbedarfskurve der Hydroponik — weniger Futter in den Übergangsjahreszeiten, keines in der Nebensaison.

Diese Kopplung bedeutet, dass eine Änderung Ihres pflanzlichen Produktionsfokus direkte Auswirkungen darauf hat, wie viele Fische besetzt werden müssen, wie viel Futter verbraucht wird und folglich auch auf die Kostenstruktur des Projekts.


Wärmebedarf des Gewächshauses

Die Aufrechterhaltung der richtigen Temperatur in einem Gewächshaus erfordert im deutschen Klima viel Energie — oft der größte einzelne Betriebskostenfaktor. Der Kalkulator nutzt ein parametrisches Wärmebedarfsmodell, das Folgendes berücksichtigt:

Komponenten des Wärmeverlusts

  • Lüftungsverluste — Wärme, die durch Luftaustausch verloren geht, sei es durch absichtliche Belüftung oder unbeabsichtigte Infiltration.
  • Transmissionsverluste — Wärme, die durch Wände und Dach fließt, bestimmt durch die Bauart des Gewächshauses und seine thermischen Eigenschaften (U-Werte). Ein doppelt verglastes Venlo-Gewächshaus verliert deutlich weniger Wärme als ein PE-Folientunnel.
  • Bodenverluste — Wärme, die durch den Boden in die darunter liegende Erde abgeleitet wird (unter Annahme einer Bodentemperatur von ca. 10 °C).

Was den Heizbedarf reduziert

  • Solare Gewinne — Direktes Sonnenlicht bietet kostenlose Heizung. Das Modell verwendet standortspezifische monatliche Sonneneinstrahlungsdaten, um passive solare Erwärmung anzurechnen.
  • Energieschirme — Optionale Energieschirme, die nachts zugezogen werden können, um den effektiven U-Wert des Daches drastisch zu senken (zum Beispiel von 4,5 auf 2,5 W/m²K).
  • Bessere Isolierung — Die Wahl zwischen PE-Folie und Doppelverglasung hat große Auswirkungen auf die jährlichen Heizkosten.

Der Betriebsmodus ist entscheidend

Im Ganzjahresbetrieb wird das Gewächshaus den ganzen Winter über geheizt, um die Wachstumsbedingungen aufrechtzuerhalten — dies ist die energieintensivste Konfiguration. Der Saisonbetrieb vermeidet winterliches Heizen komplett und wird nur in den wärmeren Monaten betrieben. Der verlängerte Saisonbetrieb schließt die Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst mit moderater Heizung ein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der gewählte Betriebsmodus auch die Ausstattung des Gewächshauses beeinflusst. So werden beispielsweise die für den Ganzjahresbetrieb ausgewählten Gewächshäuser automatisch mit mehreren hocheffizienten Energieschirmen im Dach- und Seitenwandbereich ausgestattet. Im verlängerten Saisonbetrieb wird der Dachfläche nur ein einzelner Energieschirm zugewiesen, und im reinen Saisonbetrieb kommt lediglich ein weniger energieeffizienter Schattierschirm zum Einsatz.

Dies sollte auch bei der Auswahl des Gewächshauses bedacht werden. Beispielsweise ist ein einfach verglastes Venlo-Gewächshaus im verlängerten Saisonbetrieb deutlich weniger energieeffizient als ein PE-Gewächshaus mit Luftpolstern.

Das Wärmebedarfsmodell liefert sowohl eine Spitzenheizlast (kW, für die Dimensionierung des Heizsystems) als auch den jährlichen Energieverbrauch (kWh/Jahr, für Betriebskostenberechnungen).


Finanzielle Kennzahlen

Investitionskosten, Betriebskosten, Umsätze und Kapitaldienst, hier geht es um alle finanziellen Berechnungen.

Investitionsausgaben (CAPEX)

Der Kalkulator erstellt eine detaillierte Ausrüstungs- und Baukostenliste, die auf Ihre spezifische Konfiguration zugeschnitten ist. Er verwendet keine einfachen Durchschnittswerte pro Quadratmeter — stattdessen ordnet er Ihre Eingaben über 30 individuellen Kostenpositionen zu:

Was enthalten ist

  • Gewächshausstrukturen — Preis pro m² nach Typ (PE-Folie oder Venlo-Glas, inklusive Belüftungsvariante).
  • Nebengebäude — Büroflächen, Sanitäranlagen, Kühlräume — jeweils separat kalkuliert und nur einbezogen, wenn „Neubau erforderlich“ ausgewählt ist.
  • Heizsysteme — Dimensioniert auf die berechnete Spitzenheizlast: Brenner, Rohrsysteme, Pufferspeicher, Vegetationsheizung.
  • Aquakultursysteme — RAS-Ausrüstung (Tanks, Biofilter, Pumpen, Belüftung), bepreist pro m³ Produktionsvolumen.
  • Hydroponik-Ausrüstung — Medienbeete, DWC-Becken (Deep Water Culture), schwimmende Flöße (Rafts), Anzuchtregale, Nanoblasen-Belüftung — jeweils abgestimmt auf den Produktionsfokus.
  • Umweltsteuerung — Klimasteuerungssysteme, Assimilationsbelichtung (falls zutreffend), Dachschirme, UV-Desinfektion.
  • Bewässerung & Versorgung — Rohrleitungen, Wasseraufbereitung, elektrische Infrastruktur.

Skaleneffekte

Größere Anlagen profitieren von niedrigeren Stückkosten. Der Kalkulator wendet auf jede Kostenkategorie eine Potenzfunktion zur Skalierung (power-law scaling) an — wenn die Anlagenfläche steigt, sinken die Kosten pro Quadratmeter. Der Effekt variiert je nach Kategorie: Gewächshausstrukturen weisen beispielsweise eine moderate Skalierung auf, während Heizsysteme eine starke Skalierung zeigen, was den realen Vorteil zentraler Heizungen widerspiegelt.

Inflationsanpassung

Alle Basiskostendaten sind mit ihrem jeweiligen Referenzjahr hinterlegt. Der Kalkulator wendet branchenspezifische Inflationsindizes (Baupreis-, Agrar- und Arbeitskostenindizes) an, um alle Kosten auf ein einheitliches Preisniveau des aktuellen Jahres zu bringen.


Betriebskosten (OPEX)

Die jährlichen laufenden Kosten setzen sich aus tatsächlichen Verbrauchsmengen multipliziert mit Stückpreisen zusammen, nicht aus vereinfachten Prozentsätzen:

Kostenkategorien

  • Energie — Strom für Beleuchtung, Pumpen und Klimasteuerung; Heizmaterial (Holzpellets oder Erdgas) aus dem Wärmebedarfsmodell.
  • Wasser — Zusatzwasser zum Ausgleich von Evapotranspirationsverlusten und Systemabwasser.
  • Fischfutter — Abgeleitet aus dem Nährstoffbilanzmodell; die benötigte Futtermenge ist ein berechnetes Ergebnis, keine Annahme.
  • Saatgut & Pflanzmaterial — Kulturspezifische Kosten: Salatsamen, Basilikumsamen, Tomatensetzlinge — jeweils mit sehr unterschiedlichen Stückkosten.
  • Verbrauchsmaterialien — Substrat, Mineraldünger (zur Ergänzung der Fischnährstoffe bei Bedarf), Pflanzenschutz.
  • Verbrauchsmaterialien Aquakultur — Setzlinge (Fingerlings), Desinfektionsmittel, Fischtransport.
  • Verpackung & Vertrieb — Kisten, Paletten, Kühlkettenlogistik.
  • Abfallentsorgung — Pflanzenabfälle, Verpackungsrecycling.
  • Pacht — Konfigurierbare jährliche Kosten pro Quadratmeter.

Arbeit

Personalkosten werden aus aufgabenbasierten Arbeitsstunden berechnet:

  • Jeder Arbeitsgang (Aussaat, Umpflanzen, Ernte, Fischmanagement, Reinigung) hat einen definierten Zeitbedarf pro Einheit.
  • Arbeitsstunden werden zwischen fest angestelltem Personal (40 %) und Saisonarbeitskräften (60 %) aufgeteilt, jeweils zu unterschiedlichen Stundensätzen basierend auf deutschen landwirtschaftlichen Tarifen.
  • In jeder Konfiguration ist mindestens ein Betriebsleiter (Facility Manager) enthalten.

Instandhaltung

Ein jährliches Budget für die Instandhaltung wird als Prozentsatz der CAPEX berechnet und spiegelt die laufenden Kosten für die Wartung und den Ersatz von Geräten wider.


Finanzanalyse

Alle technischen Ergebnisse — Erträge, Kosten, Einnahmen — fließen in ein fundiertes Finanzmodell ein:

Einnahmen

Das Jahreseinkommen wird berechnet aus:

  • Pflanzenverkauf — Ertrag (kg/Jahr) × Verkaufspreis (€/kg), aufgeschlüsselt nach Kulturkategorie. Sie können die Standardpreise für Fruchtgemüse, Blattgemüse, Kräuter und Fisch in den optionalen Eingaben überschreiben.
  • Fischverkauf — Ertrag (kg/Jahr) × Verkaufspreis (€/kg), unter Berücksichtigung des Produktmixes (küchenfertig, Filets, Räucherfisch, lebende Besatzfische) und deren unterschiedlichen Gewichtsanteilen.

Key Performance Indicators (KPIs)

Der Rechner erstellt vier Standard-Finanzkennzahlen:

KPIWas es Ihnen sagt
Kapitalwert (NPV)Der Gesamtwert, den Ihr Projekt über seine Lebensdauer schafft, diskontiert auf das heutige Geld. Ein positiver NPV bedeutet, dass das Projekt zum angenommenen Diskontierungssatz finanziell tragfähig ist.
Interner Zinsfuß (IRR)Die effektive jährliche Rendite Ihrer Investition. Vergleichen Sie dies mit Ihren Kapitalkosten oder alternativen Investitionen.
Kapitalrendite (ROI)Der durchschnittliche jährliche Gewinn als Prozentsatz des insgesamt investierten Kapitals. Ein schneller Rentabilitätsindikator.
AmortisationszeitWie viele Jahre es dauert, bis der kumulierte Cashflow positiv wird — d. h., wann Sie Ihre anfängliche Investition wieder eingespielt haben.

Cash Flow Prognose

Das Modell erstellt einen jährlichen Cashflow über die Projektlaufzeit:

  • Jahr 0: Anfängliche CAPEX-Ausgaben.
  • Jahre 1–N: Jährliche Einnahmen abzüglich jährlicher OPEX, mit entsprechender Diskontierung.

Das Cashflow-Wasserfalldiagramm in den Ergebnissen veranschaulicht, wie Einnahmen, Betriebskosten und die Anfangsinvestition zueinander in Beziehung stehen.


Was Ihnen die Ergebnisse zeigen

Nach der Berechnung präsentiert das Dashboard:

  1. KPI-Karten — Die vier wichtigsten Finanzkennzahlen auf einen Blick, farblich codiert für eine schnelle Bewertung.
  2. Aufteilung der Anlagenfläche — Wie sich die Gesamtfläche auf Aquakultur, Hydroponik-Bereiche und Nebenräume aufteilt.
  3. Arbeitskräfte-Aufschlüsselung — Arbeitsstunden und -kosten aufgeschlüsselt nach Aquakultur und Hydroponik-Bereichen.
  4. Einnahmen nach Kategorie — Beitrag jedes Pflanzen- und Fischprodukts zum Gesamteinkommen.
  5. Investitionskosten (CAPEX) — Aufschlüsselung der Anfangsinvestition nach Kategorie.
  6. Jährliche Betriebskosten (OPEX) — Die sieben OPEX-Kategorien: Energie, Wasser, Entsorgung, Verbrauchsmaterialien, Instandhaltung, Pacht und Arbeit.
  7. Cashflow-Wasserfall — Visuelle Darstellung, wie Kosten und Einnahmen zum Nettoergebnis führen.
  8. Produktionstabellen — Detaillierte Ausbringungsmenge pro Sektion, die Sektionstyp, Kultur/Spezies, Flächenzuweisung und Jahresproduktion zeigt.

Datenqualität und -quellen

Der Kalkulator basiert auf:

  • Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die standortspezifische Monatsdurchschnitte auf Landkreisebene liefern.
  • Kostenmodellen, die mit über 70 individuellen Kostenpositionen (34 CAPEX, 40+ OPEX) gepflegt werden, jeweils mit Referenzjahr, Einheit und Skalierungsparametern.
  • Biologischen Parametern, die aus der Aquaponik-Forschungsliteratur und praktischer Erfahrung kalibriert wurden und drei Fischarten sowie drei Kulturkategorien abdecken.
  • Inflationsindizes des Statistischen Bundesamtes (Bau-, Agrar- und Arbeitssektor), die alle Kostenprognosen aktuell halten.
  • Tarifbasierten Arbeitskosten aus deutschen landwirtschaftlichen Tarifverträgen.

Die Systementwürfe (Ausstattungskonfigurationen) spiegeln reale Anlagenlayouts der Aquaponik wider und werden basierend auf Betriebsdaten kontinuierlich verfeinert.


Grenzen des Kalkulators

Wie jedes Planungstool arbeitet auch der Kalkulator mit Modellen und Annahmen:

  • Klimadaten nutzen Monatsdurchschnitte — Extreme Wetterereignisse oder ungewöhnliche Jahre werden nicht erfasst.
  • Wachstumsmodelle sind vereinfacht — Reales Pflanzen- und Fischwachstum wird von vielen Faktoren beeinflusst, die über Licht, Temperatur und Futter hinausgehen (Krankheiten, Schwankungen der Wasserqualität, Managementqualität).
  • Kosten sind Schätzungen — Tatsächliche Ausrüstungspreise, Baukosten und Rohstoffpreise variieren je nach Lieferant, Region und Marktbedingungen zum Zeitpunkt des Kaufs.
  • Das Modell geht von einem kompetenten Management aus — Sterblichkeitsraten, Ernteverluste und Verwertungseffizienzen spiegeln gut geführte Betriebe wider.

Der Kalkulator ist für Vor-Machbarkeitsstudien und die Projektplanung konzipiert — er bietet Ihnen eine solide Grundlage, um zu verstehen, ob es sich lohnt, ein Projektkonzept weiterzuverfolgen, und wie sich verschiedene Konfigurationsentscheidungen auf das Ergebnis auswirken. Detaillierte technische Designs und exakte Kostenkalkulationen erfordern eine zusätzliche standortspezifische Analyse.